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Filmkritik “Der Sternwanderer”

24Oct2007

In den Kinos ist derzeit der Film “Der Sternenwanderer” (Stardust) mit Claire Danes, Michelle Pfeiffer und Robert DeNiro zu sehen.

Andreas Edler von filmfacts.de hat uns die Veröffentlichung seiner Kritik gestattet (herzlichen Dank dafür!):

Michelle Pfeiffer und Robert DeNiro … hmmm! Der Trailer war gut, die Schauspieler vielversprechend und Claire Danes als Stern eine äußerst leckere Erscheinung. Auch wenn der Film als Jugend-Fantasy angepriesen wird, war es für mich klar, das ich da rein muß. Also wie immer die Karte online gekauft und am Ticketautomaten geholt. Ich verstehe gar nicht, warum die meisten Leute sich immer noch an der Kasse anstellen … ist doch voll nervig.
Zum Inhalt …

Tristan Thorn (Charlie Cox) ist bis über beide Ohren verliebt in die hübsche Victoria (Sienna Miller) - die ihrerseits aber nur Augen für den dandyhaften Humphrey (Henry Cavill) hat. Tristan hat weder das Geld, noch die Umgangsformen Humphreys, schafft es aber trotzdem Victoria das Versprechen abzuringen, ihn zu erhören, sollte er es schaffen ihr binnen einer Woche eine soeben gesehene Sternschnuppe zu bringen. Das die Sternschnuppe hinter der bewachten Mauer im unbekannten Niemandsland nieder gegangen ist, soll das kleinste Hindernis für Tristan sein.

Bereits Tristans Vater überwand in jungen Jahren den Wächter der Mauer und hatte ein paar Erlebnisse in dem Land dahinter, die nicht ganz folgenlos für Tristan sein sollen. Mit Hilfe einer Kerze findet er innerhalb weniger Sekunden die Sternschnuppe, welche sich als ein ebenso zickige, wie schöne junge Frau entpuppt, die es alles andere als lustig findet, vom Himmel geholt worden zu sein. Nicht nur Tristan hat Yvaines (Claire Danes) Absturz bemerkt, auch die Hexe Lamia (Michelle Pfeiffer) und die Söhne des scheidenden Königs von Stormhold (Peter O’Toole) haben ein Interesse daran Yvaine in die Hände zu bekommen. Das weiß Tristan aber alles nicht, der will sie lediglich zu Victoria bringen … versprochen ist versprochen!
Hmm …

Viele Köche verderben den Brei - und hier gibt’s reichlich Köche. Oft kranken solchen Filme daran, dass sie es einfach nicht schaffen so vielen bekannten Schauspielern genug Raum zu geben oder ihre Rollen so anzulegen, dass man als Zuschauer nicht das Gefühl bekommt, hier wurde nur ein Name rein geflickt, um mehr Besucher ins Kino zu locken. “Oceans 12″ ist so ein Beispiel. Total verhunzt, weil der Regisseur nichts mit den Leuten anzufangen wusste.

Matthew Vaughn gelingt es in “Stardust” (Was zu deutsch nun gerade nicht “Sternwanderer” heißt und diese deutsche Übersetzung auch wieder mal irgendwie nicht zum Film passt. “Sternenstaub” wäre genauso verständlich und deutlich richtiger.) seine Protagonisten gemäß der Geschichte einzusetzen und nicht andersherum. Und das auch noch mit einer guten Portion Augenzwinkern. Robert DeNiro als Blitze sammelnder, fliegender Schmuggler ist ziemlich sehenswert - obwohl die Rolle im Verlauf ein bißchen klamottig wird, ist er deutlich lustiger, als Dustin Hoffmann als “Hook”. Michelle Pfeiffer kokettiert sehr amüsant mit ihrer Optik und Peter O’Toole gefiel mir auf dem Sterbebett fast so gut, wie der Froschkönig aus “Shrek 3″.

Claire Danes gefiel mir von allen am Besten. Zickig, niedlich, schön - alles auf einmal. Man darf ja auch mal schwärmen ;-) Ihr Love-Interest Charlie Cox bleibt dagegen seltsam blass, und das obwohl sein Part eigentlich die Hauptrolle ist. Er spielte ganz ordentlich, aber auch immer mit angezogener Handbremse. Alle anderen haben mehr aufgedreht und passten besser zum Tempo des Films.

Und das ist ordentlich. Zunächst gemächlich eine kurze Einführung in die Zeit und die Vorgeschichte und dann geht es ohne große Brüche durch die über 2 Stunden Laufzeit. Und ganz ehrlich: die habe ich nicht gefühlt. Mir war keine Minute langweilig. Mir fällt auch im nachhinein nichts ein, was weggelassen werden könnte, um den Film etwas zu straffen. Ich kann mich an keinen Film der letzten Zeit erinnern, bei dem ich nicht stellenweise im Sitz herumgerutscht bin. Hier war ich verwundert, als er dann schon zu Ende war. Lustig, spannend und unterhaltsam bis zum Ende.

Dazu noch eine passende Musik - ist ja nicht so mein Fachgebiet, weil ich die meist einfach überhöre - und ordentliche Effekte. Nicht ganz so realistisch wie es andere Filme vormachen, aber immer noch so gut, dass sie nicht störten. Bei dem Luftschiff sah man die Animationen schon ein bißchen und auch einige der Merkwürdigkeiten auf dem Markt oder das Feuer im Wirtshaus sahen arg künstlich aus. War aber immer sofort vergessen, weil es eben keine Effekthascherei um der Effekte Willen war, sondern eine Unterstützung des Films.

Ich bin in den “Jugend-Fantasyfilm” mit ein bißchen gemischten Gefühlen gegangen und habe mit etwas Narnia und Heiteitei gerechnet. Bekam aber einen ordentlich Fantasyfilm, der sehr lustig daher kommt und dessen Gags nicht durch die Bank kinderkompatibel sind. Auch einige der Meuchelszenen sind sicher nicht für Sechsjährige geeignet. Da kann sich ein Harry Potter noch was von abschneiden.

Sehr ordentlicher Film für etwas größere Kinder und deren Eltern. In meiner Vorstellung hatten letztere den Nachwuchs jedenfalls zu Hause gelassen und sich sehr gut unterhalten.

Mehr Filmkritiken sind unter der Adresse:

http://www.filmfacts.de

zu finden.

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“Lately, I can't even look at my mother without wanting to stab her repeatedly.”

Angela Chase, Episode 1: "My So-Called Life (Pilot)"